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Birstein und seine Ortsteile


in Gegenwart und Vergangenheit.

In den Grenzen der Kirchspiele Unterreichenbach, Birstein und Kirchbracht-Lichenroth haben sich die Umrisse des alten Amtsbezirkes über die Auflösung hinaus bis auf den heutigen Tag erhalten - und mit dem Kirchspiel beginnt auch unsere Geschichte: In Form einer Grenzbeschreibung des fuldischen Kirchspiels Reichenbach aus der Zeit um das Jahr 900, das genaue Jahr ist nicht bekannt, die älteren Heimatforscher nannten das Jahr 810, tritt unser Gebiet in das Licht der Geschichte, wobei wir aber nicht vergessen wollen, daß einzelne Orte, wie Unterreichenbach und Kirchbracht schon früher genannt wurden. So sind bereits zwischen 750 bis 802 Schenkungen an Fulda in Reichenbach und Kirchbracht bekannt.
Wie zahlreiche andere Kommunen im ehemaligen isenburgischen Herrschaftsbereich hat auch Birstein das allseits bekannte Isenburger Wappen dem Gemeindewappen zugrunde gelegt. Der schräg über den Schild verlaufende gewellte blaue Balken ist zusätzliches Symbol für die zahlreichen Bäche, die in unseren Gemarkungen fließen. Zu einem Bach gehört eine Mühle und das hier abgebildete Mühlenrad mit seinen sechzehn Schaufeln ist das Sinnbild für die aus sechzehn Ortsteilen bestehende Gemeinde Birstein.
Die älteste, im Original erhaltene, schriftliche Überlieferung des Namens "Birstein" stammt aus dem Jahre 1279. Und hier ist von "Birsenstein" - von der "Burg Birsenstein" die Rede. Diese in lateinischer Sprache gehaltene Urkunde des Abtes Berthous von Fulda hat die Belehnung des Grafen Heinrich von Weilnau gemeinsam mit seiner Gattin Luchkardis von Trimberg mit dem "castrum birsenstein et Advochatiam in Richenbach" zum Inhalt und liegt heute im Staatsarchiv zu Marburg. Nach Meinung der Heimatforscher leitet sich der Name von dem althochdeutschen Wort "birsen", heute wohl "pirschen" ab. Es muß sich also um eine Burg gehandelt haben, von der aus die Jagd ausgeübt wurde. Ob der Ortsname nun so oder anders zu erklären ist: Festzuhalten bleibt, daß die Ortsbezeichnung Birstein als Birsenstein erstmals im Zusammenhang mit der Burg auftaucht.
Birstein, ist die nördlichste Gemeinde des Main-Kinzig-Kreises mit einer Gesamtfläche von 86,63 qkm, das sind ca. 6 Prozent der Fläche des Main-Kinzig-Kreises. In sechzehn Ortsteilen leben insgesamt 6.656 Einwohner (Stand: 31.12.2001), Unterreichenbach hat derzeit 664 Einwohner und ist nach Birstein mit 2.282 Einwohnern zweitgrößter Ortsteil, gefolgt von Obersotzbach mit 567, Fischborn mit 474 und Lichenroth mit 380 Einwohnern. Soweit die fünf größeren Ortsteile. Nebenbei bemerkt hat der souveräne Staat San Marino nur eine Fläche von 61 qkm, aber 23.000 Einwohner.

Zwei in Nord-Süd-Richtung fließende Bäche begrenzen das Gemeindegebiet: Die Bracht im Westen und die Salz im Osten. Die geographische Höhe beginnt in Birstein mit 283 m über dem Meer und steigt bis Völzberg-Ortslage auf 472 m an. Das Völzberger Köpfchen ist mit 570,7 m die höchste Erhebung in der Großgemeinde und im Altkreis Gelnhausen, gleichzeitig nördlichster Punkt des Main-Kinzig-Kreises. Birstein liegt im Basaltgebiet des südlichen Vogelsberges, dessen südliche Grenze bei Hellstein auf den Beginn des Buntsandsteines trifft. Von der weitaus größeren Gesamtwaldfläche in der Gemarkung befinden sich 328 ha im Gemeindebesitz.

Die evangelische Kirche zu Birstein ist im Jahre 1913/14 erbaut worden. Die alte Kirche ist in den Abendstunden des 7. Januar 1913 durch ein Feuer total zerstört worden. Erstmals wird in Birstein eine Kapelle im Jahre 1518, möglicherweise schon 1488, erwähnt. Nachdem Birstein im 16. Jahrhundert Residenzort geworden war, entstand dort die 3. Pfarrei im Gebiet des alten Reichenbacher Kirchspiels.

Die katholische Kirche in Birstein wurde in den Jahren 1912/13 erbaut. Sie ist die einzige Kirche in der Diözese Fulda, die in der Form des Jugendstils gestaltet ist. Sie entstand durch Um- und Anbau an die seit 1840 bestehende Kapelle. Auch diese Kirche und die katholische Gemeinde in Birstein stehen in engem Zusammenhang mit dem Fürstlichen Haus, denn sie entstand um 1840 auf Initiative der katholischen Gattin des Prinzen Victor Alexander von Isenburg, Maria Crescentia geb. Prinzessin zu Löwenstein-Wertheim. Deren beider Sohn, der spätere Fürst Karl II. (ab 1866) konvertierte im Jahre 1861 zur katholischen Konfession. Die damals recht kleine katholische Gemeinde, die von den Mönchen aus Salmünster betreut wurde, gewann erst durch die Ansiedlung von Heimatvertriebenen katholischer Konfession nach dem II. Weltkrieg ihre heutige Bedeutung.

Mit einer Einwohnerzahl von 2.304 leben in der Kerngemeinde Birstein ca. 1/3 aller Bürgerinnen und Bürger der Großgemeinde.

Die alte Rentkammer, 1744 als Wachthaus erbaut, später isenburgisches Justizamt, ab 1816 kurfürstliches hessisches Justizamt, ab 1866 preußisches Justizamt bis zum Bau des Amtsgerichtsgebäudes. 1903 vom preußischen Staat dem Fürsten zurückgegeben, war dieses Gebäude bis 1985 Sitz der fürstlichen Verwaltung und wird heute als Wohnhaus genutzt.

Der sogenannte Schloß-Vorderbau. Der Grundstein zu diesem Torbau wurde 1733 gelegt. Damit wurde eine Gebäude aus dem 16. Jahrhundert ersetzt. Von diesem älteren Gebäudebestand hat sich noch der Storchenturm links erhalten. Architekt dieses Gebäudes, das die Landesverwaltung und das Archiv aufnehmen sollte, war der Hanauer Hofbaumeister Christian Ludwig Herrmann.

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