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Oberland


Parallel zu den Ereignissen in Birstein liefen in den oberen Orten des ehemaligen Amtes Birstein Verhandlungen mit dem Ziel, sich zu einer Gemeinde zusammen zu schließen. Nach der Zustimmung der Hessischen Landesregierung erfolgte der Zusammenschluß der Gemeinden Mauswinkel, Wüstwillenroth, Wettges, Lichenroth und Völzberg zur "Gemeinde Oberland" zum 1. Juli 1971. Zum ehrenamtlichen Bürgermeister der 1230 Einwohner zählenden Gemeinde war im Dezember 1971 Karl Günther aus Wüstwillenroth gewählt worden, der auch dort seinen Amtssitz hatte. Günther verfügte bereits über reiche Erfahrungen in der Kommunalpolitik. Er gehörte seit mehr als 25 Jahren den Kreisgremien an und war seit 1968 Stellvertreter von Landrat Hans Rüger.
Aber bereits im Mai 1972 wurde von der Landesregierung ein Anhörungsverfahren mit dem Ziel eingeleitet, die Gemeinden Birstein, Katholisch-Willenroth und Oberland zu einer Gemeinde zusammenzuschließen. Als Grund für diese Initiative wurde die geringe Verwaltungs- und Finanzkraft von Oberland angegeben. Da Birstein schon zentralörtliche Funktionen erfüllte, betrachtete man auch die Entfernung zu den einzelnen Ortsteilen als zumutbar und sah keine Gründe gegen diesen Zusammenschluß. Katholisch-Willenroth wurde dabei als einer der wenigen Gemeinden in Hessen die Wahl zwischen Birstein und Bad Soden-Salmünster zugestanden. Im gleichen Verfahren wurde die Angliederung von preußisch Radmühl an Freiensteinau beschlossen. Der freiwillige Zusammenschluß mit Birstein wurde von der Landesregierung nicht beachtet. Man argumentierte, daß Radmühl mit der gleichnamigen Gemeinde des Kreises Lauterbach (Hessisch Radmühl) zu einer Siedlungseinheit zusammengewachsen sei und deshalb Freiensteinau zugeordnet werden müsse. Das war natürlich der springende Punkt: Wenn Radmühl - dann beide Radmühl. Daß Freiensteinau hier letztendlich den Zuschlag erhielt mag wohl darin begründet sein, daß Freiensteinau ohne Radmühl 1 und 2 zu klein geraten wäre, möglicherweise ein Übernahmekandidat wie Oberland, wohin wir nach diesem Ausflug wieder zurückkommen.
Im Januar 1973 wurde Karl Günther erneut zum Bürgermeister von Oberland gewählt. Für ihn stimmten acht Gemeindevertreter und sieben gegen ihn.
Während einer Sitzung des Arbeitskreises Verwaltungsreform der FDP-Landtagsfraktion in Haitz wurden auch die Bürgermeister der betroffenen Gemeinden gehört. Nicht nur die Bildung des Main-Kinzig-Kreises, auch die Zwangseingemeindungen wurden gegensätzlich diskutiert. Die Stellungnahme des Bürgermeisters Günther zur Situation der Gemeinde Oberland fiel dahingehend aus, daß Oberland eine gesunde Haushaltslage habe und alle Vorhaben allein im ordentlichen Haushaltsplan ohne Fremdgelder durchführen könne. Wenn Oberland, das seine Bürger und Gemeindevertreter selbständig sehen wollen, nicht gehalten werden könne, dann solle es nach Birstein gegeben werden, keinesfalls aber zum Vogelsbergkreis, sonst würde er gesteinigt.
Die Gemeinde Oberland wurde schließlich per Gesetz zum 1. Juli 1974 mit der Gemeinde Birstein vereinigt und die Gebietsreform auf Gemeindeebene damit abgeschlossen.

Nach dem Zusammenschluß hatte Birstein 5.500 Einwohner in 16 Ortsteilen und war nach Schlüchtern die größte Flächengemeinde des Main-Kinzig-Kreises. Keinesfalls waren damit die Probleme der neu geschaffenen Gemeinde gelöst. Bürgermeister Erb wies darauf hin, daß zunächst die Wasser-, Ver- und Entsorgung und die Errichtung neuer Kindergärten als dringlichste Aufgaben anzusehen seien.

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