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Die Entstehung der Großgemeinde


Erstmals beschäftigte sich die Gemeindevertretung Birsteins unter Vorsitz von Robert Zerhau am 21. April 1970 mit dem Thema Gebietsreform. Dabei wurde über einen Zusammenschluß der Gemeinden Birstein, Fischborn, Unterreichenbach, Oberreichenbach, Kirchbracht, Preußisch Böß-Gesäß und Hettersroth beraten. Grundsätzlich bestanden keine Bedenken gegen den geplanten Zusammenschluss. Darüber hinaus wollte man aber auch noch mit anderen Orten Gespräche aufnehmen und bildete zu diesem Zweck eine Verhandlungskommission. Diese Kommission bestand aus den Gemeindevertretern: Günter Blumöhr, Heinrich Kaufmann, Ernst Leihner, Robert Zerhau und Wilhelm Zimmermann.
In der Gemeindevertretersitzung vom 21. Dezember 1970 wurde zunächst Bürgermeister Erhard Erb einstimmig wiedergewählt. Danach beschloss die Gemeindevertretung einstimmig den Grenzänderungs- und Zusammenlegungsvertrag zwischen den Gemeinden Birstein, Preußisch-Bösgesäß, Fischborn und Kirchbracht. Dieser Vertrag trat zum 1. Februar 1971 in Kraft. Rechtswirksamkeit erlangte er durch die Genehmigung der Hessischen Landesregierung. Damit war der Grundstein für die Großgemeinde Birstein gelegt.
Bereits im Januar 1971 waren die Verhandlungen mit Oberreichenbach und Hettersroth soweit gediehen, dass die Birsteiner Gemeindevertretung, vorbehaltlich der Zustimmung Hettersroths, den Beitritt zum 1. März 1971 einstimmig genehmigen konnte. Auch hier stimmte die Hessische Landesregierung den Zusammenlegungsverträgen zu. Die Verträge, die zuvor von den jeweiligen Gemeindevertretungen genehmigt wurden, beinhalteten die Maßnahmen, welche von der neuen Großgemeinde in den Ortsteilen durchgeführt werden sollten. Diese Maßnahmen erstreckten sich vom Feldwegebau, Bau eines Sportheimes und Dorfgemeinschaftshauses in Hettersroth, Umbau der Schule zum Gemeinschaftshaus und Motorisierung der Feuerwehr in Oberreichenbach bis zur Berücksichtigung von ehemals ehrenamtlich tätigen Personen als bevorzugte Stellenbewerber in der neu zu bildenden Gemeindeverwaltung. Hierunter waren in erster Linie die bisherigen Bürgermeister und Kassenverwalter gemeint.
Die durch den Zusammenschluss der vorgenannten Orte erforderlich gewordene Nachwahl zur Gemeindevertretung fand am 23. Mai 1971 statt. In der ersten Sitzung nach der Wahl, am 21. Juni 1971, wurde Heinz Zabel, Birstein, einstimmig zum Vorsitzenden der Gemeindevertretung gewählt. Weiter gehörten der Vertretung an: Robert Zerhau, Birstein, Theo Frank, Kirchbracht, Willi Günther, Bösgesäß, Erich Hof, Hettersroth, Wilhelm Imhof, Birstein, Gustav Pretsch, Hettersroth, Manfred Röder, Fischborn, Günther Blumöhr, Birstein, Walter Reichardt, Birstein, Hans Bien, Birstein, Otto Henkel, Karl Lotz, Helmut Pfeifer und Heinrich Löffler aus Fischborn.
Dem Gemeindevorstand gehörten neben Bürgermeister Erhard Erb die Beigeordneten Waltraud Kautz, Birstein, Ernst Thel, Birstein, Ernst Gottlieb, Birstein, Albin Girschikofsky, Birstein, Heinrich Kaufmann, Birstein und Heinrich Jäger, Kirchbracht, an.

Die am 2. Juli 1971 in der Volksschule Kirchbracht verabschiedete Hauptsatzung der Gemeinde enthielt erstmals Bestimmungen zur Wahl von Ortsbeiräten.
Am 11. August 1971 beschloss die Gemeinde Radmühl, Kreis Gelnhausen, den Beitritt zur Großgemeinde Birstein. Zuvor hatten sich in einer Befragung innerhalb des Ortes 128 der 138 wahlberechtigten Bürger für einen Zusammenschluss mit Birstein ausgesprochen. Der Antrag fand bereits am 17. August 1971 die Zustimmung der Birsteiner Gemeindevertretung. Dies entsprach aber nicht den Plänen des Landes Hessen, das beabsichtigte, Preußisch Radmühl dem neu zu bildenden Kreis Alsfeld/Lauterbach zuzuschlagen. Auch der Gelnhäuser Kreistag sprach sich einstimmig gegen die Pläne des hessischen Innenministers Hanns-Heinz Bielefeld, der zuvor Bürgermeister der Stadt Schlitz gewesen war, aus. Der Kreistag verlangte, dass die gesetzgebenden Körperschaften die freiwilligen Zusammenschlüsse respektieren und anerkennen sollten.
Der Vorschlag der FDP-Landtagsfraktion, das ganze Birsteiner Gebiet dem Kreis Lauterbach/Alsfeld anzugliedern, wurde von allen Mitgliedern der Gemeindevertretung am 13. September 1971 abgelehnt. Als Gründe wurden angeführt, dass zum Lauterbacher Raum keine öffentlichen Verbindungen bestünden. Nachdrücklich verwies man darauf, dass der Birsteiner Raum geografisch, verkehrsmäßig, schulisch, wirtschaftlich und industriell zum Kinzigtal gehört. Die Gemeindevertretung widersetzte sich somit den Vorstellungen der Landesregierung und denen des Nachbarkreises und hatte letztendlich damit Erfolg.
In der gleichen Sitzung wurde der Eingliederung der Gemeinde Illnhausen nach Birstein zugestimmt. Deren Gemeindevertretung hatte am 10. September 1971 einstimmig den freiwilligen Zusammenschluss mit Birstein beschlossen. Bürgermeister Erhard Erb und 1. Beigeordneter Ernst Leihner für Birstein sowie Bürgermeister Albert Bernhardt und 1. Beigeordneter Otto Michel aus Illnhausen unterschrieben am 13. September 1971 den Zusammenlegungsvertrag. Bernhardt wies darauf hin, dass der Zusammenschluss mit Birstein die vernünftigste Lösung sei, denn Illnhausen und Kirchbracht wären seit Generationen verbunden und hätten auch eine gemeinsame Schule. Der Bau des neuen Dorfgemeinschaftshauses sollte nicht mehr in der Ortsmitte von Kirchbracht, sondern zwischen den beiden Ortsteilen erfolgen. Entgegen der gewöhnlichen Praxis wurde in dem Vertrag vereinbart, dass der Erlös aus dem jährlichen Holzeinschlag innerhalb des neuen Ortsteils verwendet werden soll. Üblicherweise wurde die Verwendung von Geldern vertraglich nicht festgelegt.
Der Beschluß, die Gemeinde Hessisch Böß-Gesäß nach Birstein einzugemeinden, fiel am 5. November 1971 in Oberreichenbach. Die vormals zum Kreis Büdingen gehörende Gemeinde wurde zum 31. Dezember 1971 Ortsteil von Birstein. In dieser Sitzung wurden die Gemeindevertreter Günter Blumöhr, Ernst Gottlieb, Albin Girschikofsky und Wilhelm Imhof beauftragt, Beitrittsverhandlungen mit den Gemeinden Unterreichenbach sowie Ober- und Untersotzbach zu führen.

Schon am 10. Dezember 1971 wurde in Fischborn die Eingliederung der Gemeinde Untersotzbach nach Birstein vereinbart. Die Verhandlungen mit Unterreichenbach und Obersotzbach dagegen verliefen schwieriger. Unterreichenbach machte es zur Bedingung, daß der ehrenamtliche Bürgermeister und der Kassenverwalter in den Dienst der Gemeindeverwaltung aufzunehmen seien. Bürgermeister Erb lehnte dies mit der Begründung ab, daß sich die Gemeinde eine solche finanzielle Belastung nicht erlauben könne. Bis zur Sitzung am 22. Dezember 1971 waren die strittigen Punkte aber geklärt, und die Eingliederung beider Orte konnte zum 1. April 1972, wiederum mit regierungsamtlicher Genehmigung, vollzogen werden.

Wegen den bisher vollzogenen Eingemeindungen wurde eine Neuwahl des Bürgermeisters erforderlich, denn der noch von der alten Gemeindevertretung auf 6 Jahre gewählte Bürgermeister Erhard Erb versah zwischenzeitlich die Amtsgeschäfte in der neuen Gemeinde Birstein als Staatsbeauftragter. Zur Durchführung dieser Bürgermeisterwahl setzte die Gemeindevertretung am 28. Februar 1972 in der Mittelpunktschule Birstein einen Wahlvorbereitungsausschuß ein, bestehend aus den Mitgliedern Henkel und Pretsch von der Wählergemeinschaft, Imhof und Lotz von der SPD und Günther, Bien und Blumöhr von der Bürgerliste. Als Wahltermin wurde der 15. März 1972 festgesetzt, einziger Kandidat war der seitherige 46-jährige Amtsinhaber Erhard Erb. In geheimer Wahl wurde er an diesem Abend mit 13 Ja, einer Nein und einer Stimmenthaltung zum ersten Bürgermeister der neuen Großgemeinde gewählt. Einstimmig unterstützten alle Gemeindevertreter den Antrag an den Regierungspräsidenten, Erb für sechs Jahre im Amt zu bestätigen. Hintergrund dieses Antrages war das sogenannte Vorschaltgesetz, welches vorsah, daß vor Abschluss der Gebietsreform Bürgermeister nur bis zum 31. März 1973 zu wählen seien.

Am 6. Juli 1972 wurde Erb im Rahmen einer Gemeindevertretersitzung im Gasthaus Reichert in Illnhausen vom Vorsitzenden Heinz Zabel in sein Amt eingeführt und verpflichtet. Die Beigeordnete Waltraud Kautz, welche den erkrankten 1. Beigeordneten Ernst Leihner vertrat, überreicht ihm die Ernennungsurkunde.
Bei der 1972 durchgeführten Gemeindewahl erhielt die SPD 41,2 %, die CDU 37,2 % und die FBG 21,6 % der Stimmen. Der Gemeindevertretung gehörten zu diesem Zeitpunkt 23 Mitglieder an. Unter der Leitung des Altersvorsitzenden Wilhelm Imhof wählte die neue Gemeindevertretung am 21. November 1972 in der Mittelpunktschule Birstein Heiner Kauck, Birstein (FBG) zu ihrem Vorsitzenden. Stellvertretende Vorsitzende wurden danach Wilhelm Imhof, Birstein (SPD) und Karlheinz Wahn, Unterreichenbach (CDU). Die Wahl zum 1. Beigeordneten entfiel auf Ernst Leihner, Birstein.

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